Bienengift ist von jeher als Heilmittel bekannt. In verschiedenen Medikamenten ist es enthalten, so in Salben und Flüssigkeiten zum Einreiben und in Lösungen zum Einspritzen. Solche Mittel helfen bei rheumatischen Muskel-, Nerven-, und Gelenkerkrankungen sowie bei Kälteschäden.

StachelapparatDer Imker macht aber in der Regel über den Bienenstachel mit diesem Heilmittel Bekanntschaft. Auch wenn dies nicht unbedingt Vergnügen bereitet, so macht der Gedanke daran, vielleicht mal kein Rheuma zu bekommen, die Sache doch etwas erträglicher. Am besten ist es aber, man ignoriert so einen kleinen Bienenstich. Das gelingt umso einfacher, je schneller man den Stachel entfernt. Gelingt dies nicht, so bekommt man den ganzen Inhalt der Giftblase injiziert. Denn der Stachel lebt noch, auch wenn die dazugehörige Biene längst tot ist. Die Biene reißt sich bei dem Versuch wieder wegzufliegen nicht nur den Stachel, sondern den ganzen dazugehörigen Stechapparat heraus, der dann mit in der Haut stecken bleibt. Dieser Stechapparat besteht aus dem Stachel selbst, der Giftblase und einigen sie umgebenden Muskeln. Diese Muskeln sind es, die sich noch eine ganze Weile nach dem Stich reflexartig zusammenziehen und auf diese Weise das Gift der Giftblase fast vollständig unter die Haut pumpen. Wenn Sie also sofort nach dem Stich den Stachel entfernen, bekommen sie längst nicht die ganze Ladung ab und entsprechend geringer ist dann auch die Wirkung. Aber sie müssen dabei genau hinsehen. Es nützt nämlich nichts, wenn sie nur versuchen den Stachel mit zwei Fingern zu packen um ihn herauszuziehen, da sie sich dann durch das zusammendrücken der Giftblase das restliche Bienengift selbst verabreichen. Richtig ist es, wenn man den Stachel und den Stechapparat in die Richtung, aus der der Stich gekommen ist, mit dem Fingernagel abstreift.

Junge, gerade schlüpfende Bienen haben noch kein Gift. Erst ab dem 15. bis 20. Lebenstag ist die Giftblase gefüllt und enthält ab diesem Zeitpunk 0,3 Milligramm flüssiges Gift. Dies entspricht 0,1 Milligramm Trockengift. Die größte Giftmenge haben die mit viel Pollen aufgezogenen Bienen im Frühjahr. Ohne Pollennahrung kann kein Gift gebildet werden. Bei der Bienengiftgewinnung werden die Bienen durch elektrische Reizung veranlasst, in eine Unterlage zu stechen, aus der das Gift dann herausgelöst wird. Für medizinische Zwecke wird Bienengift in größerem Umfang eingesetzt, da es auf den menschlichen Organismus eine vielseitige Wirkung ausübt. Es beeinflusst die Gewebedurchblutung, erweitert die Gefäße und senkt den Blutdruck, es regt die Cortisonbildung im Körper an und wirkt damit, wie schon erwähnt, günstig auf Rheumaerkrankungen.