Ein Produkt, das sich natürlich auch der Mensch seit Urzeiten nutzbar gemacht hat. Noch vor einigen Jahrhunderten hatte das Bienenwachs eine weit größere Bedeutung als heute. Bis zum dreißigjährigen Krieg war das Bienenwachs die einzige künstliche Lichtquelle, die den Menschen dauerhaft zur Verfügung stand. Hauptabnehmer waren die Kirchen und Klöster sowie die Besitzer der Burgen und Schlösser. Die Imkerei erlebte eine Blütezeit, die dann nach der Reformation ihr Ende fand, als man weitgehend auf Prunk und Lichterglanz verzichtete und auch die Nutzung anderer Lichtquellen möglich geworden war.

Aber auch heute noch hat das Bienenwachs eine vielseitige Bedeutung.
Es findet Verwendung in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von verschiedenen Anstrichstoffen und Holzschutzmitteln. In der Kosmetikbranche ist es zu finden und in der Pharmazie ist es ein wichtiger Salbengrundstoff und natürlich werden aus Bienenwachs immer noch Kerzen hergestellt.

Das Wachs wird in den Wachsdrüsen der Arbeitsbienen produziert und an den Wachsspiegeln ausgeschieden. Von dort wird es mit den Beinen abgenommen, zum Mund geführt, mit dem Sekret der Oberkieferdrüse vermischt und mit Hilfe der Mandibeln weich und geschmeidig geknetet. Die Wachsproduktion ist bei 13 bis 18 Tage alten Bienen am größten. Aus der gerade herrschenden Tracht kommen weitere Stoffe (Farbstoffe, Pollen) dazu und das Wachs erhält eine charakteristische Farbe. Bei Löwenzahn- oder Sonnenblumentracht ist das produzierte Wachs gelb gefärbt, bei Zuckerfütterung oder bei Robinien- und Waldtracht weiß.

Der Wachsertrag pro Volk ist stark von der Betriebsweise abhängig. Ständige Bauerneuerung und eine gute Tracht erhöhen den Wachsertrag. Stark bauende Völker haben meist auch den höchsten Honigertrag. Obwohl der Wachsanteil in dunklen Waben höher ist als in hellen, sinkt die Ausbeute bei der Verarbeitung, da die zahlreichen Puppenkokons das Wachs aufsaugen. Zur Wachsgewinnung werden die Waben mit Wachsschmelzern unterschiedlicher Bauart (Sonnen-, Elektro-, Dampfwachsschmelzer) eingeschmolzen und der Trester (Larvenkokons, Pollenreste usw.) vom Reinwachs getrennt. Nach mehrmaligen Umschmelzen und Klären kann es dann weiterverarbeitet werden.