Immer, wenn im April das große Frühlingserwachen beginnt, dauert es dann nicht mehr lange bis die Honigvorräte der Imker wieder aufgefüllt sind und für den Honigkunden bereitstehen.

Durch Lüften und Fächeln reduzieren die Bienen den Wassergehalt des Honigs von Anfangs 80 % auf höchstens 20 %. Danach verschließen die Bienen den in den Zellen eingelagerten Honig mit einem Wachsdeckel. Der Imker entnimmt die reifen Honigwaben, entfernt die Wachsdeckelchen und schleudert den Honig aus den Waben. Dieser fließt durch mehrere Siebe, um Verunreinigungen durch Wachsteilchen zurückzuhalten und zu entfernen. Der Honig bleibt dann so naturbelassen wie er aus der Schleuder kommt - ihm dürfen keine Stoffe zugesetzt oder entzogen werden. Unser Honig ist somit ein reines Naturprodukt.

Das Einzige, das sich dann noch am Honig verändert, ist seine Konsistenz, denn jeder naturbelassene Honig kristallisiert früher oder später. Je höher der Traubenzuckergehalt eines Honigs ist, umso früher kristallisiert er.

Honig besteht je nach Sorte, aus:

  • 28 % bis 35 % Traubenzucker
  • 34 % bis 41 % Fruchtzucker
  • 4 % bis 15 % Rohrzucker
  • 1 % bis 14 % Mehrfachzucker
  • 17 % bis 20 % Wasser

Daneben enthält Honig die Mineralstoffe Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Phosphor, sowie die Spurenelemente Eisen, Kupfer, Mangan und Chrom. In geringen Spuren findet man auch die Vitamine C, B1, B2, und B6. Auch Säuren, Aminosäuren, das Hormon Acetylcholin und Aromastoffe sind enthalten.

Eine besondere Bedeutung haben die Enzyme (Fermente), die dem Kopfdrüsensekret der Biene entstammen. Diese spalten bei der Verdauung die Zuckermoleküle auf. So spaltet das Ferment Glucoseoxidase den Traubenzucker. Bei diesem Vorgang entsteht Wasserstoffperoxyd, das eine antibakterielle Wirkung hat. So wurde nach dem Krieg, als das Penicillin noch kaum zur Verfügung stand, aus Glucoseoxydase ein antibiotisch wirksames Heilmittel hergestellt. Diese antibakterielle Wirkung des Honigs ist einwandfrei erwiesen. Deshalb hat warme Milch oder warmer Tee mit Honig bei Entzündungen des Rachenraums und Erkältungskrankheiten durchaus seine Berechtigung. Dies erklärt auch die gute Haltbarkeit des Honigs, die lindernde Wirkung bei der Infektion der oberen Luftwege und ebenso die guten Erfolge die bei der Wundheilung mit Honig erzielt werden.

Durch seine aufeinander abgestimmten Inhaltsstoffe hat Honig alles, um leicht verdaut zu werden. Er hat sich bei Erkrankungen der Leber ebenso bewährt, wie bei Magen und Darmerkrankungen. Er unterstützt die Therapie von Herzerkrankungen und für Kinder, Sportler, ältere und kranke Menschen ist Honig ein Energieschub.

Um vor allem die hitzeempfindlichen Enzyme nicht zu zerstören, sollte Honig nicht über 40° Grad erhitzt und dunkel gelagert werden. In der Honigverordnung sind u. a. Wasser- und Fermentgehalt des Honigs genau festgelegt.
Imker, die im "Deutschen Imkerbund" organisiert sind, unterwerfen sich freiwillig noch strengeren Richtlinien als die der Honigverordnung. Ihr Honig muss u. a. einen noch geringeren Wassergehalt und einen höheren Ferment- bzw. Enzymgehalt aufweisen, was sich positiv auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften und den Geschmack auswirkt.

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