Bienen und Umwelt - das ist eine seit Jahrtausenden fest gefügte Funktionseinheit, in der jedes der beiden Elemente ohne das andere nicht existent sein kann. Aus diesem Grunde hat der Mensch eine hohe Verantwortung gegenüber der Honigbiene, denn sie ist ein entscheidendes Element und Kettenglied eines wunderbar funktionierenden Gesamtsystems in der Natur, das sich in Jahrmillionen der Evolution herausgebildet hat. Ihr Ausfall würde die Funktion des Gesamtsystems in ganz erheblichem Maße beinträchtigen.

Der Bienenhaltung aus Liebhaberei muss deshalb ein besonderes Augenmerk gelten, zumal sie gegenwärtig drastisch im Rückgang begriffen ist.

In den Vordergrund der imkerlichen Tätigkeit muss an Stelle des unmittelbaren ökonomischen Denkens, im Zusammenhang mit der kommerziellen Honigerzeugung, das mittelbare ökologische Trachten treten, die Natur erhalten zu müssen.

Die Umwelt der Bienen und des Menschen wird einerseits von der Natur und andererseits durch den Menschen selbst bestimmt. Der Einfluss des Menschen auf eine intakte Umwelt ist ebenso entscheidend wie sein Einfluss auf das flächendeckende Vorhandensein einer genügend großen Population an gesunden Bienenvölkern, wobei das eine die Voraussetzung für das andere ist.

Ohne die durch nichts zu ersetzende Bestäubungsarbeit der Honigbiene, käme es zu einer unwiederbringlichen Verarmung von Flora und Fauna. Die Folge wären keine blühenden sondern verödete Landschaften. Die Diskussion über Ziele und Anspruch der Imkerei ist neu eröffnet. Ein genereller Wechsel von der Ökonomie zur Ökologie kündigt sich an, denn die Honigbiene ist ein entscheidendes Kettenglied in der perfekten Funktion der lebenden Natur, welche die Existenzgrundlage und Bedingung für den Fortbestand der Menschheit ist.